Fashion Essentials – Der richtige Gürtel

„No brown in town!“ und „No brown before six!“ sind allen angelsächsischen Businessleuten geläufige Mode-Dogmen. Diese „Sayings“ beziehen sich auf die Farbe der Lederschuhe. FYI: Bei Lederschuhen gibt es ausschließlich die Farben braun und schwarz. Alle anderen Farben sind großer Quatsch. Entschuldigt meine Direktheit, aber ich muss als Blogger auch einer pädagogischen Verpflichtung nachkommen. Die Farbe Braun bei einem Lederschuh sieht sich mit stärksten formellen Restriktionen konfrontiert. „Erlaubt“ ist braun demnach nur privat (after six) oder außerhalb der Stadt, wo man eventuell mit braunen Full Brogues oder Boots auf Wanderschaft geht.

Mit einem schwarzen Lederschuh macht man „businesstechnisch“ demnach nie etwas verkehrt, außer dass große Langeweile und Monotonie bei ausschließlichem Tragen schwarzer Schuhe aufkommen kann. Deswegen bin ich ein großer Gegner dieser angelsächsischen Schuh-Modedogmen und propagiere das selbstbewusste Tragen brauner Schuhe- auch im Business.

Was hat nun die Farbe von Schuhen mit dem richtigen Gürtel zu tun? Sehr viel. Die Farbe der Schuhe muss sich komplementär oder „Ton in Ton“ im Gürtel widerspiegeln. Ergo: Braune Schuhe-brauner Gürtel, schwarze Schuhe-schwarzer Gürtel. Fair enough und soweit so gut. Nun bestehen Ledergürtel (ich beschränke mich in meiner Gürtelbewertung auf Ledergürtel) aus ein- oder mehrlagigem Leder (meist 1-3 Lagen) und einer Schnalle. Die Schnalle eines Gürtels trennt die Spreu vom Weizen, so offenbart die Schnalle eines Gürtels dem Betrachter oftmals die modische Finesse oder eben das modische Unvermögen eines Gürtelträgers. Ich möchte ein paar Grundregeln loswerden, die alle einfach zu verstehen sind, aber dennoch zu häufig, durch Missachtung, modische Fauxpas darstellen. Bei einem schwarzen Gürtel sollte die Schnalle Silber oder silberähnlich ausfallen. Hingegen sollte der braune Gürtel eine Messingschnalle mitbringen. Das liegt schlichtweg daran, dass braun und Messing, und schwarz und Silber am schönsten miteinander harmonieren. Ich würde zur Blue Jeans immer einen braunen Gürtel und braune Schuhe favorisieren, da Blau und Braun seit jeher eine wunderschöne Kombination ergeben. Graue und schwarze Hosen kombiniert man lieber mit schwarzen Schuhen und einem schwarzen Gürtel. Auch hier gilt: Diese Kombination ist einfach am stimmigsten und klassischsten. Der Gürtel sollte immer eine Breite von mind. 3,5 cm haben. Eine Ausnahme ist lediglich der Lackgürtel (sehr schmal) zu Lackschuhe. Beides sollte nur von absoluten Könnern und Kennern getragen werden, ansonsten kann es schnell peinlich werden. Alle Gürtel sollten durch herausstechende Lederqualität und nicht auf Grund auffälliger Prollo-Schnallen brillieren. Zudem weisen etablierte Haute Couture Marken, ohne Namen zu nennen, die größte „Produktionskosten-Verkaufspreis-Schere“ auf. Gürtel mit einem Verkaufspreis von über 200 Euro, lassen sich auch bei exklusivstem Leder und aufwendigster Verarbeitung nur selten rechtfertigen.

Ein sehr gutes Preis/Leistungs-Verhältnis gibt es etwa bei Brands wie McRostie (Schottland), Kreis (Deutschland) und Aigner (Deutschland). Prinzipiell gibt sich kein großes Modehaus im Bereich Gürtel die Blöße. Fast alle Gürtel des hohen Preissegments zeichnen sich durch erstklassiges Leder und Verarbeitung aus. Nur warne ich eindringlich vor 500-800 Euro Gürteln (ja na klar gibt es auch dieses Preissegment bei Gürteln). Diese überteuerten Gürtel bringen Dir außer Prestigegefühl und einem fetten Loch im Portemonnaie nicht mehr, als ihre Äquivalente im Preissegment von 100-200 Euro.

Einen Tipp zum Schluss: Sehr schön zu jeder Jeans passen braune Flechtgürtel mit Messingschnalle. Diese kann man häufig recht günstig erwerben. Flechtgürtel sind absolute Modedesign-Klassiker und sollten in jedem Herrenkleiderschrank Eingang finden.

fashionbrother wünscht viel Spaß beim Shoppen!

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